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Der Naumburger Dom in der Reiseregion Saale-Unstrut ist auf dem Weg, bis 2020 zum Weltkulturerbe ernannt zu werden.

Im Glanz des Hochmittelalters: Welterbe in Saale-Unstrut entdecken

Den offiziellen Titel als UNESCO-Weltkulturerbe hat Saale-Unstrut am 09.07.2017 zwar nicht erhalten, doch der Naumburger Dom bekommt eine dritte Chance. Mit dem Antrag „Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an den Flüssen Saale und Unstrut“ hatte sich die Region in einem zweiten Anlauf um den Titel beworben. Das UNESCO-Welterbekomitee erkannte in seiner 41. Sitzung in Polen den außergewöhnlichen universellen Wert des Naumburger Doms in der Reiseregion Saale-Unstrut an. Der Antrag muss nun auf den Dom fokussiert werden, innerhalb von drei Jahren kann er ohne erneute Evaluierung dem Welterbekomitee zur Einschreibung in die Welterbeliste vorgelegt werden.

„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung des Komitees, das den Naumburger Dom nun offiziell würdigt“, sagt Antje Peiser, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Saale-Unstrut. „Aber natürlich bedauern wir, dass es die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut nicht geschafft hat. Wir lassen uns davon jedoch nicht entmutigen. Nirgendwo sonst auf der Welt finden Touristen diese Dichte an Domen, Schlössern, Klöstern und Burgen auf engstem Raum. Zusammen mit den ursprünglichen Flusslandschaften und romantischen Weinbergen bilden die historischen Bauten ein beeindruckendes Reiseziel von unverkennbarem Wert.“ 

Schönstes Gesicht des Mittelalters im Bauwerk von Weltrang

Herzstück der Burgen- und Weinregion zwischen Leipzig und Weimar ist der imposante Naumburger Dom St. Peter und Paul. Er gehört mit seinen zwölf Stifterfiguren im Westchor zu den bedeutendsten Bauten des europäischen Hochmittelalters und kann sich nun bald mit dem Welterbetitel schmücken. Ein unbekannter Künstler schuf Mitte des 13. Jahrhunderts für diese Zeit ungewöhnlich natürlich aussehende, ausdrucksstarke Figuren. Uta von Naumburg, die berühmteste Stifterfigur, gilt als „schönste Frau des Mittelalters“. Ihr Gesicht tauchte auf unzähligen kunsthistorischen Publikationen auf und war Vorbild für die böse Königin im Disneymärchen „Schneewittchen“.

Einmalig sind auch die älteste Steinskulptur der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die auf etwa 1235 datiert wird, und die von Lucas Cranach geschaffenen Altarflügel aus dem 16. Jahrhundert. Lohnenswert ist der Aufstieg über 200 Stufen zur Aussichtsplattform des Nord-West-Turmes. Von oben bietet sich ein unverstellter Blick auf die Altstadt und die malerische Umgebung.

Mittelalterliche Musik hinter dicken Burgmauern

Um den Naumburger Dom erstreckt sich eine sehenswerte Kulturlandschaft aus Weinbergen, Burgen und Schlössern entlang der Flüsse Saale und Unstrut. Nur wenige Kilometer westlich hoch über dem Winzerstädtchen Freyburg erhebt sich das mächtige Schloss Neuenburg. Vor 1000 Jahren war es herrschaftlicher Repräsentationsort Thüringer Landgrafen und Zentrum mittelalterlich-höfischer Kultur. Zusammen mit der Freyburger Stadtkirche St. Marien ist es heute Spielstätte für Europas bedeutendstes Festival mittelalterlicher Musik: montalbâne. Vokal- und Instrumentalensembles verschiedener Nationen entführen das Publikum jeden Sommer für drei Tage in eine andere Zeit.

Jahrhundertealte Weinbautradition im Kloster

An der Saale südlich von Naumburg liegt das ehemalige Zisterzienserkloster Pforte von 1137. Es entwickelte sich schnell zu einem der reichsten Klöster Ostthüringens. Heute liegt es in Sachsen-Anhalt und beherbergt die Landesschule zur Begabtenförderung. Die Mönche trugen einen wesentlichen Anteil am Aufschwung in der Region bei. So bauten sie einen Kanal zur Wasserversorgung, der zudem mehrere Mühlen betrieb. Auch den Weinbau brachten die Mönche nach Saale-Unstrut. Bereits 998 schenkte Kaiser Otto III. Weinberge an das Kloster Memleben, richtig aufgerebt wurde mit der Gründung des Klosters Pforte. Auf dem Pfortenser Köppelberg wird heute noch Wein nach altem Wissen und naturnahen Methoden angebaut. Das Landesweingut Kloster Pforta lädt regelmäßig zu Weinbergwanderungen in die sonnenverwöhnten Lagen und zu Weinproben in die historischen Keller. Weinliebhaber können sich zudem als Winzer für einen Tag ausbilden lassen.