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UNESCO-Welterbe Naumburger Dom

UNESCO-Welterbestaette Naumburger Dom - Luftaufnahme

Beeindruckende Architektur und Kunst

Im Dom faszinieren vor allem die Stifterfiguren im Westchor, die ein unbekannter Steinbildhauer vor knapp 800 Jahren geschaffen hat, die Besucher. Sie sind von der Vielfalt der Emotionen der Figuren ergriffen: Stark, lebenslustig, melancholisch, sensibel, stolz, mutig und geistreich erscheinen die Stifter – überwältigend, wenn man bedenkt, dass sie ca. 1240 aus Stein gehauen wurden und doch so lebendig wirken. Eine Figur sticht dabei besonders heraus: Uta von Ballenstedt, Umberto Eco bezeichnete sie als die „Schönste Frau des Mittelalters“, sie erscheint stolz aber auch geheimnisvoll.

Im Naumburger Dom imponieren auch die beiden Lettner, welche die Chöre räumlich vom Kirchenschiff trennen. Zwei erhaltene Lettner in einer Kirche sind einzigartig auf der Welt! Und sie zeigen heute noch, wie die Kirche im Hochmittelalter genutzt wurde. Früher war der Ostchor der zentrale Raum für die Liturgie der hohen Stiftsgeistlichkeit. Die Kunstwerke im Dom aus Romanik und Gotik lassen den Besucher mittelalterliche Liturgie auf eine Weise erleben, wie sie sonst kaum zu finden ist.

Außergewöhnlich ist auch, wie moderne Kunst im Naumburger Dom integriert ist, so platziert, dass sie sich einfügt und gleichzeitig heraussticht. Da sind zum einen die Fenster in der Elisabethkapelle, die der Leipziger Maler Neo Rauch gestaltet hat. Die Fenster zeigen Szenen aus dem Leben der Heiligen und sind in einem auffälligen Rot gestaltet, insbesondere an sonnigen Nachmittagen verleihen sie der Kapelle eine besonders warme Atmosphäre.

Sakrale Kostbarkeiten des Doms und das Domschatzgewölbe

Neben weiteren modernen Kunstwerken, wie der Glaskunst von Günter Grohs im Domschatzgewölbe, beeindrucken außerdem die Handläufe aus Bronze von Heinrich Apel, die zum Ostchor führen. Detailreich erzählen die Kunstwerke ganz eigene Geschichten. Der „Heilige Franziskus und die Tiere“ zeigt den Mönch Franz von Assisi, der den Vögeln predigt. „Der schmale Pfad ins Paradies“ stellt den beschwerlichen Weg der Menschen ins Paradies dar.

Im Domschatzgewölbe werden die sakralen Kostbarkeiten des Doms in Szene gesetzt. Hier faszinieren über 30 erlesene Kostbarkeiten des Mittelalters und der Renaissance, wie zum Beispiel die Johannesschüssel aus dem frühem 13. Jahrhundert, dem von Lucas Cranach geschaffenen Altarflügel sowie die einzigartige Naumburger Pietà die Besucher.

Den Schaffensweg des Naumburger Meisters von Frankreich bis Deutschland nachzuempfinden, ermöglicht die Dauer-Ausstellung im Dom-Arreal. Sie eröffnet Einblicke in die Arbeit und den Werdegang des Bildhauerarchitekten. Wertvolle Originale, kunstvoll gefertigte Duplikate des Bamberger Reiters oder des Mainzer Westlettners, Kirchenmodelle und Handschriften führen die Besonderheiten des Naumburger Meisters sowie seine Verwurzelung in der französischen Kathedralkunst bildhaft vor Augen.

In dem fast ein Hektar großen Domgarten ist es möglich, dem Trubel und Treiben der Umgebung für eine Weile zu entfliehen. Idyllische Teiche und blühende Natur zwischen historischen Mauern und Bastionen animieren zum Innehalten und Träumen.

Die KinderDomBauhütte am Naumburger Dom führt Kinder, Jugendliche und Erwachsene in die faszinierende Welt der Bauhütten des 13. Jahrhunderts ein. Dabei schlüpfen sie selbst in die Rolle eines Steinmetzen, Glasers oder Baumeisters und begeben sich auf eine spannende Spurensuche in der UNESCO-Welterbestätte.

Autorin: Charlotte Tennler

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