Ablauf, Programm und Referenten

Tourismustag Saale-Unstrut 2026

Mit dem jährlich stattfindenden Tourismustag hat die Saale-Unstrut Tourismus GmbH ein Format geschaffen, das bei den Tourismusakteuren der Region außerordentlich geschätzt wird. Das Netzwerktreffen auf Arbeitsebene rückt ein wichtiges Thema in den Mittelpunkt. 

Am 11. Juni 2026 findet auf der Leuchtenburg in Seitenroda bei Kahla der 4. Tourismustag Saale-Unstrut statt. Rund um das Thema "Qualität, die bleibt" drehen sich Fachvorträge, Impulse und Workshops. Der Austausch mit den Kollegen und Fachleuten findet ebenso seinen Platz wie der Blick hinter die Kulissen der mittelalterlichen Burganlage Leuchtenburg, die mit der Errichtung eines Schrägaufzuges eine Burg für Alle werden möchte. Eine Fahrt mit dem Aufzug wird aller Voraussicht nach für die Teilnehmenden des Tourismustages möglich sein.

Give-aways zum Tourismustag 2025
Zur Anmeldung für den Tourismustag am 11. Juni 2026 nutzen Sie bitte das verlinkte Formular. Die Anmeldung ist vom 20.05. bis 10.06.2026 darüber möglich.

Was Sie erwartet

Der Vormittag bietet fachlichen Input, inspirierende Impulse und motivierende Perspektiven. Wir freuen uns, hochkarätige Rednerinnen und Redner begrüßen zu dürfen, die ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Sichtweisen mit uns teilen.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause mit Raum für Austausch und Vernetzung wird es praxisnah. In drei Workshops greifen wir zentrale Erkenntnisse des Vormittags auf und übertragen sie in konkrete Ansätze für den Alltag. Die Workshopleiterinnen und -leiter bringen vielfältige Ideen mit, die unmittelbar in der eigenen Praxis genutzt werden können.

Zum gemeinsamen Ausklang besteht die Möglichkeit, die Leuchtenburg im Rahmen einer Führung zu entdecken und einen Blick hinter die Fassade zu werfen. Eine Fahrt mit dem Schrägaufzug ist ebenfalls geplant.

Uhrzeit Programmpunkt Referentin/ Referent
ab 09:00 Uhr Ankommen und Anmeldung  
09:30 Uhr Eröffnung und Begrüßung Antje Peiser, Geschäftsführerin Saale-Unstrut Tourismus GmbH
Dr. Ulrike Kaiser, Geschäftsführerin Stiftung Leuchtenburg
09:45 Uhr Fachvortrag: "Qualität ist kein Zufall. Qualität ist kein Stern." Isabell Decker, St. Elmo´s Tourism
10:15 Uhr Keynote: "Ohne Hürden ganz nach oben – Mit Offenheit zur Goldmedaille für Qualität" Verena Bentele, Keynote Speakerin und Weltbehindertensportlerin
11:15 Uhr kurze Pause  
11:30 Uhr Impuls 1: "Service kann jeder. Gastgeber nicht"

Mareile Braun, Inhaberin Braun Coaching
Torsten General, Inhaber Weinhotel Freylich Zahn, Genusskontor, Domfreyheit

11:55 Uhr Impuls 2: "Reisen für Alle. Zugänglichkeit sichtbar machen" Peggy Fauß, Koordinatorin "Reisen für Alle" Thüringer Tourismus GmbH
Sandra Herrmann, Behindertenverband Saale-Orla-Kreis e.V.
12:20 Uhr Impuls 3: "Qualität erleben. Die Leuchtenburg auf dem Weg zu mehr Zugänglichkeit" Sven-Erik Hitzer, Stifter und Vorstand Stiftung Leuchtenburg
Dr. Ulrike Kaiser, Geschäftsführerin Stiftung Leuchtenburg
12:45 Uhr Übergabe Urkunden "Reisen für Alle"

Antje Peiser
Peggy Fauß

13:15 Uhr Mittagessen und Netzwerkpause  
14:30 Uhr

Workshops (detaillierte Informationen weiter unten):

1. Der Moment entscheidet. Vom Ablauf zum Erlebnis.

2. Qualität neu denken: Vom Standard zur Haltung im Tourismus.

3. Perspektivwechsel – Selbsterfahrung zur Barrierefreiheit

 

Mareile Braun und Torsten General

Isabell Decker

Sandra Herrmann

15:30 Uhr Kaffee- und Kuchenpause  
15:45 Uhr Fazit und Ausblick

Antje Peiser
Irene Schmidt

16:00 Uhr Führung auf der Leuchtenburg (optional)  

Was bedeutet Qualität im Tourismus wirklich? In einem überangebotenen Markt entscheidet nicht mehr nur, wer besser ist, sondern wer Bedeutung schafft. Dieser Vortrag zeigt, warum Qualität heute vor allem im Erleben, in der Haltung und in der Konsequenz entlang der gesamten Reise entsteht und was das konkret für Destinationen und Betriebe bedeutet.

Was macht ein Reiseziel wirklich zu einem positiven Erlebnis? Nicht nur Lage und Angebot – sondern Zugänglichkeit, Komfort für alle und nachhaltiges Denken. Denn Barrierefreiheit betrifft uns alle, früher oder später: zum Beispiel Familien, die mit Kinderwagen unterwegs sein wollen, Familien, die mit Oma und Opa in den Urlaub fahren wollen, Menschen, die im Rollstuhl sitzen und auch Menschen, die schlecht oder nicht sehen.
Verena Bentele, von Geburt an blind, bringt genau diese Perspektive auf den Punkt. Die 12-fache Paralympics-Siegerin und Expertin für Inklusion reist beruflich und privat viel und kennt deshalb die Realität hinter den Kulissen: die Hürden, aber auch die Chancen, die darin liegen.
Für Veränderungen braucht es Experten mit Mut und Begeisterung, sagt die frühere Biathletin und Langläuferin, die nach wie vor gerne und viel auf dem Rennradtandem unterwegs ist, Marathon läuft oder die Skipiste hinabfährt. Beim Tourismustag auf der Leuchtenburg wird ihr Vortrag zum Symbol: ein Ort mit Geschichte, mit Grenzen und mit dem Potenzial, sie zu überwinden.

Verena Bentele beschreibt, wo Barrieren wirklich entstehen – oft auch in den Köpfen und gibt Tipps, wie sie sich beseitigen lassen. Ihre Botschaft ist eindeutig: Wer Tourismus für alle denkt, gewinnt – an Qualität, an Gästen und an Zukunft.

Wie wird aus einer alltäglichen Gästesituation ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt? In diesem Workshop richten wir den Blick auf genau diese entscheidenden Momente im Umgang mit Gästen: realistisch, praxisnah und unmittelbar übertragbar.

Die Teilnehmenden tauschen sich zu konkreten Situationen aus dem Betriebsalltag aus, wechseln Perspektiven und verdichten gemeinsam zentrale Erkenntnisse. Im Fokus stehen nicht idealisierte Serviceabläufe, sondern herausfordernde, echte Gästemomente. Dabei wird sichtbar, welches Verhalten Verbindung schafft, Wirkung erzeugt und den Unterschied macht.

Der Workshop bietet konkrete Hebel für die Praxis und liefert Ansätze, die direkt im eigenen Betrieb angewendet werden können. Wer Gästekontakt bewusster gestalten und aus Abläufen echte Erlebnisse machen möchte, erhält hier wertvolle Impulse für den Alltag.

Der Workshop wird von Mareile Braun und Torsten General durchgeführt.

Qualität ist längst mehr als Sterne, Ausstattung oder gute Abläufe. Sie entscheidet darüber, wie Gäste einen Ort erleben, ob sie Vertrauen fassen, wiederkommen und eine Region weiterempfehlen.

In diesem Workshop geht es darum, Qualität im Tourismus neu zu betrachten: als Haltung, als konsequentes Denken aus Gästeperspektive und als wichtigen Erfolgsfaktor für Betriebe und Destinationen. Gemeinsam schauen wir darauf, wie Qualität im Alltag sichtbar wird, welche Angebote Gäste wirklich überzeugen und wie daraus ein stimmiges Gesamtbild für die Region entsteht.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Kommunikation: Wie wird Qualitätsbewusstsein gegenüber Gästen verständlich, glaubwürdig und attraktiv vermittelt? Der Workshop bietet konkrete Impulse für Leistungsträger, die ihre Angebote schärfen, besser sichtbar machen und zur gemeinsamen Qualitätsentwicklung in Saale-Unstrut beitragen möchten.

Der Workshop wird von Isabell Decker durchgeführt.

Dieser Workshop ermöglicht einen angeleiteten Perspektivwechsel und macht Barrierefreiheit unmittelbar erfahrbar. Die Teilnehmenden erleben typische Herausforderungen aus Sicht mobilitätseingeschränkter oder sehbehinderter Gäste sowie aus der Perspektive begleitender Angehöriger.

Das Gelände der Leuchtenburg dient dabei als Erfahrungsraum: In realen Situationen und anhand kleiner Aufgaben bewegen sich die Teilnehmenden zum Beispiel im Rollstuhl oder mit eingeschränkter Sicht durch ausgewählte Alltagssituationen. So werden Barrieren, Unsicherheiten und Unterstützungsbedarfe nicht nur theoretisch besprochen, sondern konkret erlebt und reflektiert.

Die Selbsterfahrung fördert Empathie, sensibilisiert für unterschiedliche Bedürfnisse und stärkt das Bewusstsein für Inklusion und Barrierefreiheit im eigenen Arbeitsalltag. Aufgrund der besonderen Konzeption des Workshops ist die Teilnahme auf maximal 16 Personen begrenzt.

Der Workshop wird von Sandra Herrmann und zwei Begleitern durchgeführt. 

Warum „Qualität, die bleibt“ gerade jetzt wichtig ist

Touristische Qualität entscheidet sich längst nicht mehr allein an schönen Angeboten, guten Abläufen oder freundlichem Service. Gäste erwarten heute Orte, die verlässlich funktionieren, Orientierung geben, Menschen willkommen heißen und verantwortungsvoll gestaltet sind. Qualität zeigt sich dort, wo ein Besuch stimmig, zugänglich, authentisch und gut organisiert ist, vom ersten Kontakt bis zum letzten Eindruck. Um Gäste langfristig zu überzeugen, braucht es ein gemeinsames Qualitätsverständnis in der gesamten Region. 

Die Leuchtenburg bietet dafür einen passenden Rahmen: Hier wird sichtbar, wie ein historischer Ort weiterentwickelt werden kann, damit Qualität konkret erlebbar wird.

„Qualität, entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch ein gemeinsames Verständnis davon, was Gäste heute brauchen und morgen erwarten. Als Region möchten wir Angebote schaffen, die berühren, Orientierung geben und Vertrauen stärken. Der Tourismustag bietet die Gelegenheit, genau darüber ins Gespräch zu kommen und konkrete Impulse für die tägliche Arbeit mitzunehmen.“

Antje Peiser, Geschäftsführerin Saale-Unstrut Tourismus GmbH
Qualität als Schlüssel für starke touristische Angebote

Qualität ist kein Zusatz, sondern die Grundlage für erfolgreiche touristische Arbeit. Sie entscheidet darüber, ob Gäste sich willkommen fühlen, Angebote als verlässlich erleben und eine Region in guter Erinnerung behalten. Für Leistungsträger bedeutet ein klarer Fokus auf Qualität mehr Orientierung im Alltag, stärkere Gästezufriedenheit und bessere Chancen, sich im Wettbewerb sichtbar zu positionieren.

Wer Qualität bewusst gestaltet, schafft Erlebnisse, die nachwirken. Aus einzelnen Leistungen entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das Vertrauen stärkt, Weiterempfehlungen fördert und Gäste motiviert, wiederzukommen.

  • Gästezufriedenheit entsteht durch verlässliche Qualität.

  • Verlässlichkeit schafft Vertrauen in Angebote und Gastgeber.

  • Wiederbesuche werden wahrscheinlicher, wenn Erlebnisse positiv nachwirken.

  • Weiterempfehlungen entstehen, wenn Gäste sich willkommen und gut begleitet fühlen.

  • Wettbewerbsfähigkeit wächst, wenn Qualität sichtbar und erlebbar wird.

„Unser Ziel ist es, Qualität in der Destination sichtbar und erlebbar zu machen und sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu gehört, genau hinzuschauen: auf Prozesse, auf Kommunikation, auf Gästemomente und auf die Frage, wie Angebote für unterschiedliche Menschen funktionieren. Der Tourismustag hilft uns, Perspektiven zu bündeln und gemeinsam nächste Schritte für Saale-Unstrut abzuleiten.“

Irene Schmidt, Leitung Organisations- und Destinationsentwicklung, Nachhaltigkeitsmanagerin