Rückblick & Ergebnisse

Tourismustag Saale-Unstrut 2026

Mit dem jährlich stattfindenden Tourismustag hat die Saale-Unstrut Tourismus GmbH ein Format geschaffen, das bei den Tourismusakteuren der Region außerordentlich geschätzt wird. Das Netzwerktreffen auf Arbeitsebene rückt in jedem Jahr ein wichtiges Thema in den Mittelpunkt. 

Am 11. Juni 2026 fand auf der Leuchtenburg in Seitenroda bei Kahla der 4. Tourismustag Saale-Unstrut statt. Rund um das Thema "Qualität, die bleibt" drehten sich Fachvorträge, Impulse und Workshops. Der Austausch mit den Kollegen und Fachleuten fand ebenso seinen Platz wie der Blick hinter die Kulissen der mittelalterlichen Burganlage Leuchtenburg, die mit der Errichtung eines Schrägaufzuges eine Burg für Alle werden möchte. Eine Fahrt mit dem Aufzug war nur eines der Hightlights des Tages.

Give-aways zum Tourismustag 2025

Wie der Tag ablief

Der Vormittag bot fachlichen Input, inspirierende Impulse und motivierende Perspektiven. Wir freuen uns, dass wir hochkarätige Rednerinnen und Redner begrüßen durften, die ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Sichtweisen mit uns geteilt haben.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause mit Raum für Austausch und Vernetzung wurde es praxisnah. In drei Workshops griffen wir zentrale Erkenntnisse des Vormittags auf und übertrugen sie in konkrete Ansätze für den Alltag. Die Workshopleiterinnen und -leiter brachten vielfältige Ideen mit, die unmittelbar in der eigenen Praxis genutzt werden können.

In der Mittagspasue bestand ebenfalls die Möglichkeit eine Testfahrt mit dem Schrägaufzug zu erleben - unter den wachsamen Augen des Technikers. Zum Abschluss konnten die Teilnehmenden die Leuchtenburg bei einer Führung entdecken.

Was bedeutet Qualität im Tourismus wirklich? In einem überangebotenen Markt entscheidet nicht mehr nur, wer besser ist, sondern wer Bedeutung schafft. Dieser Vortrag zeigt, warum Qualität heute vor allem im Erleben, in der Haltung und in der Konsequenz entlang der gesamten Reise entsteht und was das konkret für Destinationen und Betriebe bedeutet.

 

Was macht ein Reiseziel wirklich zu einem positiven Erlebnis? Nicht nur Lage und Angebot – sondern Zugänglichkeit, Komfort für alle und nachhaltiges Denken. Denn Barrierefreiheit betrifft uns alle, früher oder später: zum Beispiel Familien, die mit Kinderwagen unterwegs sein wollen, Familien, die mit Oma und Opa in den Urlaub fahren wollen, Menschen, die im Rollstuhl sitzen und auch Menschen, die schlecht oder nicht sehen.
Verena Bentele, von Geburt an blind, bringt genau diese Perspektive auf den Punkt. Die 12-fache Paralympics-Siegerin und Expertin für Inklusion reist beruflich und privat viel und kennt deshalb die Realität hinter den Kulissen: die Hürden, aber auch die Chancen, die darin liegen.
Für Veränderungen braucht es Experten mit Mut und Begeisterung, sagt die frühere Biathletin und Langläuferin, die nach wie vor gerne und viel auf dem Rennradtandem unterwegs ist, Marathon läuft oder die Skipiste hinabfährt. Beim Tourismustag auf der Leuchtenburg wurde ihr Vortrag zum Symbol: ein Ort mit Geschichte, mit Grenzen und mit dem Potenzial, sie zu überwinden.

Verena Bentele beschrieb, wo Barrieren wirklich entstehen – oft auch in den Köpfen und gab Tipps, wie sie sich beseitigen lassen. Ihre Botschaft ist eindeutig: Wer Tourismus für alle denkt, gewinnt – an Qualität, an Gästen und an Zukunft.

Mareile Braun und Torsten General berichteten über den Wert des "Gastgeber-Gens", die wichtige Rolle, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen und wie wertvoll ein Perspektivwechsel sein kann.

Sandra Herrmann, Matthias Herrmann, Thomas Köhler und Peggy Fauß sprachen darüber, welche Informationen Menschen mit Einschränkungen benötigen und sensibilisierten dazu diese konsequent bereitzustellen. Miteinander reden und gemeinsam Lösungen finden, damit alle Menschen Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen haben, war eine der Erkenntnisse des Impulses. 

Wie wird eine mittelalterliche Burganlage für alle Gäste erreichbar? Von der Vision die "erste barrierfreie Höhenburg Deutschlands" zu werden, den Hürden auf dem Weg und den aktuellen Stand berichteten Sven-Erik Hitzer und Dr. Ulrike Kaiser.

Wie wird aus einer alltäglichen Gästesituation ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt? In diesem Workshop richten wir den Blick auf genau diese entscheidenden Momente im Umgang mit Gästen: realistisch, praxisnah und unmittelbar übertragbar.

Die Teilnehmenden tauschten sich zu konkreten Situationen aus dem Betriebsalltag aus, wechseln Perspektiven und verdichten gemeinsam zentrale Erkenntnisse. Im Fokus standen nicht idealisierte Serviceabläufe, sondern herausfordernde, echte Gästemomente. Dabei wurde sichtbar, welches Verhalten Verbindung schafft, Wirkung erzeugt und den Unterschied macht.

Der Workshop bot konkrete Hebel für die Praxis und lieferte Ansätze, die direkt im eigenen Betrieb angewendet werden können. Wer Gästekontakt bewusster gestalten und aus Abläufen echte Erlebnisse machen möchte, erhielt hier wertvolle Impulse für den Alltag.

Der Workshop wurde von Mareile Braun und Torsten General durchgeführt.

Qualität ist längst mehr als Sterne, Ausstattung oder gute Abläufe. Sie entscheidet darüber, wie Gäste einen Ort erleben, ob sie Vertrauen fassen, wiederkommen und eine Region weiterempfehlen.

In diesem Workshop ging es darum, Qualität im Tourismus neu zu betrachten: als Haltung, als konsequentes Denken aus Gästeperspektive und als wichtigen Erfolgsfaktor für Betriebe und Destinationen. Gemeinsam schauten wir darauf, wie Qualität im Alltag sichtbar wird, welche Angebote Gäste wirklich überzeugen und wie daraus ein stimmiges Gesamtbild für die Region entsteht.

Ein besonderer Fokus lag auf der Kommunikation: Wie wird Qualitätsbewusstsein gegenüber Gästen verständlich, glaubwürdig und attraktiv vermittelt? Der Workshop bot konkrete Impulse für Leistungsträger, die ihre Angebote schärfen, besser sichtbar machen und zur gemeinsamen Qualitätsentwicklung in Saale-Unstrut beitragen möchten.

Der Workshop wurde von Isabell Decker durchgeführt.

Dieser Workshop ermöglichte einen angeleiteten Perspektivwechsel und machte Barrierefreiheit unmittelbar erfahrbar. Die Teilnehmenden erlebten typische Herausforderungen aus Sicht mobilitätseingeschränkter oder sehbehinderter Gäste sowie aus der Perspektive begleitender Angehöriger.

Das Gelände der Leuchtenburg diente dabei als Erfahrungsraum: In realen Situationen und anhand kleiner Aufgaben bewegten sich die Teilnehmenden zum Beispiel im Rollstuhl oder mit eingeschränkter Sicht durch ausgewählte Alltagssituationen. So wurden Barrieren, Unsicherheiten und Unterstützungsbedarfe nicht nur theoretisch besprochen, sondern konkret erlebt und reflektiert.

Die Selbsterfahrung fördert Empathie, sensibilisiert für unterschiedliche Bedürfnisse und stärkt das Bewusstsein für Inklusion und Barrierefreiheit im eigenen Arbeitsalltag. 

Der Workshop wurde von Sandra Herrmann und zwei Begleitern durchgeführt. 

Wir danken allen Teilnehmern für ihr aktives Mitwirken in den Workshops. Die Ergebnisse fließen in die weitere Projektarbeit ein. 

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Warum „Qualität, die bleibt“ gerade jetzt wichtig ist

Touristische Qualität entscheidet sich längst nicht mehr allein an schönen Angeboten, guten Abläufen oder freundlichem Service. Gäste erwarten heute Orte, die verlässlich funktionieren, Orientierung geben, Menschen willkommen heißen und verantwortungsvoll gestaltet sind. Qualität zeigt sich dort, wo ein Besuch stimmig, zugänglich, authentisch und gut organisiert ist, vom ersten Kontakt bis zum letzten Eindruck. Um Gäste langfristig zu überzeugen, braucht es ein gemeinsames Qualitätsverständnis in der gesamten Region. 

Die Leuchtenburg bietet dafür einen passenden Rahmen: Hier wird sichtbar, wie ein historischer Ort weiterentwickelt werden kann, damit Qualität konkret erlebbar wird.

„Qualität, entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch ein gemeinsames Verständnis davon, was Gäste heute brauchen und morgen erwarten. Als Region möchten wir Angebote schaffen, die berühren, Orientierung geben und Vertrauen stärken. Der Tourismustag bietet die Gelegenheit, genau darüber ins Gespräch zu kommen und konkrete Impulse für die tägliche Arbeit mitzunehmen.“

Antje Peiser, Geschäftsführerin Saale-Unstrut Tourismus GmbH
Qualität als Schlüssel für starke touristische Angebote

Qualität ist kein Zusatz, sondern die Grundlage für erfolgreiche touristische Arbeit. Sie entscheidet darüber, ob Gäste sich willkommen fühlen, Angebote als verlässlich erleben und eine Region in guter Erinnerung behalten. Für Leistungsträger bedeutet ein klarer Fokus auf Qualität mehr Orientierung im Alltag, stärkere Gästezufriedenheit und bessere Chancen, sich im Wettbewerb sichtbar zu positionieren.

Wer Qualität bewusst gestaltet, schafft Erlebnisse, die nachwirken. Aus einzelnen Leistungen entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das Vertrauen stärkt, Weiterempfehlungen fördert und Gäste motiviert, wiederzukommen.

  • Gästezufriedenheit entsteht durch verlässliche Qualität.

  • Verlässlichkeit schafft Vertrauen in Angebote und Gastgeber.

  • Wiederbesuche werden wahrscheinlicher, wenn Erlebnisse positiv nachwirken.

  • Weiterempfehlungen entstehen, wenn Gäste sich willkommen und gut begleitet fühlen.

  • Wettbewerbsfähigkeit wächst, wenn Qualität sichtbar und erlebbar wird.

„Unser Ziel ist es, Qualität in der Destination sichtbar und erlebbar zu machen und sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu gehört, genau hinzuschauen: auf Prozesse, auf Kommunikation, auf Gästemomente und auf die Frage, wie Angebote für unterschiedliche Menschen funktionieren. Der Tourismustag hilft uns, Perspektiven zu bündeln und gemeinsam nächste Schritte für Saale-Unstrut abzuleiten.“

Irene Schmidt, Leitung Organisations- und Destinationsentwicklung, Nachhaltigkeitsmanagerin