Im Frühjahr 2025 wurde eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zur Tourismusakzeptanz in der Region Saale-Unstrut durchgeführt. Ziel war es, Einstellungen, Wahrnehmungen und Erwartungen der Einheimischen zum Tourismus zu erfassen. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für eine nachhaltige und akzeptanzorientierte Tourismusentwicklung.
Hohe Zustimmung zum Tourismus in der Region
Die Auswirkungen des Tourismus auf den eigenen Wohnort werden von 53 % der Befragten als positiv wahrgenommen, während nur 12 % negative Effekte nennen. Daraus ergibt sich ein Tourismusakzeptanzsaldo auf Ortsebene (TAS-W) von +41 Punkten – eine Steigerung gegenüber dem Wert von +23 im Jahr 2021. Auch der persönliche Bezug zum Tourismus fällt positiv aus (TAS-P 2025: +25, 2021: +20).
Im Vergleich zum Landesdurchschnitt Sachsen-Anhalt (TAS-W +40, TAS-P +24) liegt die Region leicht über dem Mittelwert.
Einwohner offen für weiteres Wachstum des Tourismus
42 % der Befragten halten die aktuelle Zahl der Gäste für „genau richtig“, 51 % empfinden sie sogar als zu gering. Besonders offen zeigen sich hier die unter 30-Jährigen – ein gegenteiliger Trend zur kritischen Haltung junger Menschen in anderen Regionen Deutschlands.
Positive Wirkungen des Tourismus werden deutlich erkannt
Negative Effekte eher untergeordnet
Die wahrgenommene Belastung durch Tourismus ist vergleichsweise gering. Lediglich ein Drittel nennt Umwelt- und Verkehrsprobleme – am ehesten jüngere Befragte. Themen wie steigende Preise oder Verdrängung durch Tourismusimmobilien spielen aktuell eine untergeordnete Rolle.
Einheimische fordern Verbesserungen bei Infrastruktur und Kommunikation
Die Bevölkerung spricht sich klar für Verbesserungen aus, die nicht nur dem Tourismus, sondern auch dem Alltag der Einheimischen zugutekommen:
Identifikation und Lebensqualität: Starke Bindung an den Wohnort
Defizite sehen die Befragten insbesondere bei Schlechtwetterangeboten, Flaniermeilen und Wellness-/Gesundheitsinfrastruktur.
Handlungsempfehlungen für touristische Akteure