Der höchste Punkt des etwa vor 10 Mio. Jahren entstandenen Walpersbergs, befindet sich heute auf 311 m ü. NN.

Der Walpersberg soll als germanische Kultstätte genutzt worden sein. Später führte eine Handelsstraße über den Berg, die sogenannte „Gothaische Straße“ (auch als „Grüne Straße“ bezeichnet). Spätestens ab 1884 wurde der Walpersberg zum untertägigen Sandabbau für die Porzellanindustrie genutzt. Der Sand war sehr schwerspathaltig. Es etablierten sich drei verschiedene Abbaussysteme, die Melzersche Sandgrube des Großeutersdorfer Mühlenbesitzers Ernst Meltzer und die zwei Gruben der Kahlaer Porzellanwerke A.G. Insgesamt wurden 20 km Stollensystem geschaffen.

1944 begannen die Bauarbeiten eines Bauprojektes der nationalsozialistischen Führung, genannt REIMAHG. Es sollte eine bombengeschützte Untertagefabrik für die Produktion der Messerschmitt Me 262 erbaut werden. Das Stollensystem wurde auf 30 km erweitert, obertägige Bunker angelegt und auf dem Plateau des Berges eine Start- und Landebahn errichtet. Dafür wurden rund 12.000 Fremd- und Zwangsarbeiter sowie verpflichtete deutsche Arbeiter eingesetzt.

In den 1960er Jahren diente der sogenannte „Küchenstollen“ einige Jahre als Gemüselager der LPG Walpersberg. Außerdem befand sich in einem Stollenteil des Walpersberges das Bohrkernarchiv der Geologischen Erkundung West (Halle/Saale).

Ab 1972 liefen die Ausbauarbeiten für das Komplexlager 22. Es sollten Munition, Waffen und Zubehör für den Ernstfall eingelagert werden. Die Arbeiten liefen bis 1990. Die Bundeswehr nutzte das Objekt bis 1996. Zu hohe Betriebskosten zwangen die Bundeswehr dazu, das Depot aufzugeben. Der Stollen wurde verschlossen, so dass ein Begehen unmöglich wurde.

  • Öffentlicher Zugang
geführte Tour(en):
  • Führung mit Anmeldung
  • vorwiegend ein Angebot im Outdoorbereich
  • Fotografieren erlaubt

Kontakt

Walpersberg
07768 Großeutersdorf