Saale-Unstrut steht für Weinbau, Kulturerbe und eindrucksvolle Architektur. Gleichzeitig offenbart unsere Region eine stille, oft überraschende Nähe zur Natur. Dank des milden Klimas beginnt das botanische Jahr bei uns früh und begleitet Naturfreundinnen und Naturfreunde bis weit in den Herbst hinein.

Zwischen Weinbergen, Flusstälern und historischen Parkanlagen entfaltet sich eine Pflanzenvielfalt, die jeden Monat eigene Akzente setzt.

Frühe Blüten – ein leiser Start ins Jahr

Schon im Spätwinter setzen die ersten Farbtupfer ein. Ab Februar leuchten die Winterlinge in kräftigem Gelb und verwandeln Waldböden und Parkanlagen in kleine Blütenmeere. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieses Naturschauspiel im Schlosspark Ostrau nördlich von Halle. Auch das Rautal bei Jena bietet mit seinen ausgedehnten Beständen einen seltenen Anblick, der Spaziergänge zu echten Entdeckungsreisen macht.

Kurz darauf folgen die Märzenbecher. Ihre schneeweißen, glockenförmigen Blüten erscheinen meist verborgen in feuchten Waldtälern. Im Märzenbechertal im Ziegelrodaer Forst bei Querfurt entfalten sie ihre ganze Poesie – Millionen Blüten unter alten Buchen und Eichen, begleitet vom ersten Duft des Frühlings.

Obstblüte und Streuobstwiesen

Im April rückt die Landschaft zwischen Naumburg und Freyburg in den Fokus. Der Blütengrund trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Streuobstwiesen stehen in voller Blüte, eingerahmt von Terrassenweinbergen und der Auenlandschaft an Saale und Unstrut. Radwege wie der Saale- oder Unstrutradweg und Wanderwege wie der Saale-Wein-Weg eröffnen immer wieder weite Ausblicke.

Naumburger Blütengrund, wo Saale und Unstrut ineinander fließen

Ergänzt wird das Naturerlebnis durch regionale Produkte aus der Obstverarbeitung, die zeigen, wie eng Landschaft und Genuss in Saale-Unstrut verbunden sind. Der Hofladen des Obsthofs Müller befindet sich in Sichtweite der historischen Burg Querfurt inmitten einer Streuobstwiese. Was hier verkauft wird, stammt aus eigener Produktion. Äpfel, Kirschen, Aprikosen und Pflaumen werden in der eigenen Manufaktur zu Fruchtaufstrichen, Säften, Obstbränden und mehr verarbeitet. Die Apfelchips erhielten 2025 sogar den Genusspreis „Kulinarischer Stern“ des Landes Sachsen-Anhalt.

Obstplantage am Obsthof Müller in Querfurt

Orchideen zwischen Weinbergen und Tälern

Der Frühsommer gehört den wilden Orchideen. In ausgewählten Naturschutzgebieten des Geo-Naturparks Saale-Unstrut-Triasland finden sich ideale Bedingungen für diese anspruchsvollen Pflanzen. Rund um Bad Bibra führt ein Orchideenwanderweg durch das Gebiet „Forst Bibra“, wo zahlreiche Arten auf kalkreichen Böden gedeihen. Geführte Touren werden in Bad Bibra und vom Landesweingut Kloster Pforta angeboten. Sie eröffnen in den Monaten Mai und Juni spannende Einblicke in diese besondere Pflanzenwelt.

Parkkunst, Rosen und Sommerabende

Mit dem Hochsommer entfalten die historischen Parks der Region ihre ganze Wirkung. Großzügige Anlagen wie der Schlosspark Moritzburg in Zeitz verbinden historische Gestaltung mit modernen Elementen und bieten kühle Rückzugsorte an warmen Tagen. Seit der Landesgartenschau 2024 bietet die Anlage einen spannenden Stilmix aus historischen und modernen Parkteilen. Highlight ist der Japanische Garten,gestiftet von der Partnerstadt Tosu und angelegt von japanischen Gartenbaumeistern. Es ist eine der authentischsten japanischen Gartenanlagen in Deutschland.

Ein Höhepunkt für Rosenliebhaberinnen und -liebhaber sind die Schlossgärten der Dornburger Schlösser. Tausende Rosenstöcke prägen die Terrassengärten und machen Spaziergänge zu einem sinnlichen Erlebnis aus Farbe und Duft.

Blütenfeste und Herbstfarben

Im Spätsommer übernimmt Bad Köstritz die Bühne. Die Stadt der Blumen ist seit rund 200 Jahren eng mit der Dahlienzucht verbunden. Im Dahlien-Zentrum und im Schaugarten stehen historische Sorten und Neuzüchtungen in voller Blüte, begleitet vom jährlichen Dahlienfest.

Der Herbst bringt eine ruhigere, aber nicht weniger eindrucksvolle Farbigkeit. Die Mehlbeere setzt mit ihren orange-roten Früchten markante Akzente – besonders im Mittleren Saaletal rund um Jena. Als widerstandsfähiger Zukunftsbaum gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Der Botanische Garten Jena ergänzt diese Eindrücke mit einer beeindruckenden Sammlung aus aller Welt.

Dahlienblüte in Bad Köstritz

Natur entdecken – Monat für Monat

Saale-Unstrut lädt dazu ein, die Region im Rhythmus der Jahreszeiten zu erleben. Ob bei Spaziergängen durch blühende Parks, auf naturnahen Wanderwegen oder bei geführten Touren zu botanischen Besonderheiten – jede Zeit des Jahres hält eigene Pflanzenmomente bereit. Wer genau hinschaut, entdeckt eine Landschaft, die sich leise verändert und immer wieder neu überrascht.

Die schönsten Plätze, um den Winterlingen ganz nah zu kommen, sind der Schlosspark Ostrau und der Winterling-Wanderweg im Jenaer Rautal

Im März ist das Märzenbechertal bei Landgrafroda (Nähe Querfurt) ein lohnenswertes Ziel.
Doch bitte Achtung! Im Naturschutzgebiet bitte nur auf den Wegen bleiben, damit die Blütenpracht auch noch viele Jahre ihren Zauber entfalten kann.

Die schönsten Streuobstwiesen befinden sich im Naumburger Blütengrund, in den Moritzwiesen und nähe des Ausflugspunktes Bismarckturm im Doyßiger-Zeitzer Forst - hier lohnt es sich, einmal mit der Cider-Manufaktur Trinkender Zobel in Kontakt zu treten in Querfurt - direkt neben dem Hofladen des Obsthofes Müller blühen eindrucksvoll die Obstbäume

Das Landesweingut Kloster Pforta hat alljährlich Orchideenwanderungen im Kalender, die Sie bereits ab Jahresbeginn buchen können. In Bad Bibra können Sie sicn meist ab April nach den aktuellen Terminen für geführte Orchideenwanderungen erkundigen oder Sie laufen individuell den Orchideenpfad bei Bad Bibra.

... und die Kirsche wird gefeiert!. Jedes Jahr am letzten Juni-Wochenende steht Naumburg ganz im Zeichen der Kirsche. Von Donnerstag bis Montag findet das traditionelle Kirschfest statt - natürlich mit vielen Kirschen, die beim Festumzug verteilt werden, und mit dem Kirschfestlied, dazu gibt es Kirschbrause und Kirschbier, viel Musik, Tanz, Handwerk und Mittelalterlager.

Besuchen Sie den Schlosspark des Schlosses Moritzburg in Zeitz! Warum? 

Die Themengärten widmen sich den unterschiedlichen Tageszeiten und den damit verbundenen Atmosphären. So ist der Garten Morgentau mit weißen, kühl wirkenden Blüten gestaltet und teilweise von einem Netz aus Glasperlen überdacht. Diese spiegeln und brechen das Licht, sodass der Eindruck von glitzerndem Morgentau entsteht. Die Abendröte hingegen präsentiert sich farblich warm und üppig blühend. Zwei weitere Felder schließen den Bereich der Neuen Lustgärten ab: Im Nebelfeld sprühen fein im Boden eingelassene Düsen Wasser auf chinesische Blumenhartriegel und kündigen den abendlich aufziehenden Nebel an. Die gegenüberliegenden Vexierspiegel verzerren die Bilder und sorgen bei Schlossparkbesuchern jeden Alters für ein spielerisches, amüsantes Erlebnis. Und dann gibt es ja auch noch den Japanischen Garten... und zahlreiche Veranstaltungen.

Eine der schönsten Rosengärten befindet sich an den Dornburger Schlössern. Er ist Teil der großflächigen Gartenanlage, von der bereits Goethe schwärmte, so dass er sich dort eine länger Zeit lang aufhielt. Höhepunkt ist alljährlich die Dornburger Schlössernacht im August mit viel Musik und eindrucksvoller Illumination der Gartenanlage.

Wussten Sie, dass sich in Saale-Unstrut eines der bedeutendsten Zentren für die Dahlienzucht befindet? Bad Köstritz ist die Wiege der deutschen Dahlienzucht und hat eine über 200-jährige Tradition in der Züchtung und dem Anbau von Dahlien (Georginen), was dem Ort den Beinamen „Stadt der Blumen“ einbrachte und ihn international bekannt machte. Besuchen Sie doch einmal Bad Köstritz. Neben Bierbrauen können sie dort auch Pflanzen züchten, die in aller Welt begehrt sind. Anziehungspunkte sind das Dahlienzentrum Bad Köstritz oder das Dahlienfest mit Krönung der Dahlienkönigin jährlich im September.

Der Herbst ist eine der schönsten Jahreszeiten in Saale-Unstrut - nicht nur weil es die Zeit der Weinernte und des Federweißers ist. Leicht kommt einem das Lied "Bunt sind schon die Wälder" in den Sinn. Die Herbstlaubfärbung lockt an den letzten warmen Tagen nach draußen. Und so ist unser Tipp: Unternehmen Sie doch noch eine Wanderung - zum Beispiel auf dem Himmelreichweg bei Bad Kösen, durch das Eisenberger Mühltal auf dem Sommerfrischeweg oder entlang des Zeitz(g)rundwegs.

Besonders in Thüringen hat die Meelbeere besonderen Wert, denn hier gibt es Kleinarten, die sonst nirgends vorkommen. Einige einheimische Sorten vertragen besonders viel Trockenheit, was dem Wald beim Klimawandel helfen kann. Rund um Jena fühlt sie sich besonderes wohl, weil verbreitet Kalkböden im Stadtgebiet und im Umland vorkommen und es ziemlich trocken ist. Sorten wie den mächtigen Speierling, die Elsbeere und die Heilinger Mehlbeere sind im Botanischen Garten Jena zu bewundern.

 

Dezember ist die Zeit des Adventszaubers - überall sind Tannen und andere Nadelbäume festlich geschmückt und zieren die kleinen Weihnachtsmärkte in Burgen und Schlössern. Saale-Unstrut erfreut sich am Winterzauber.

Wollen Sie noc mehr tolle Gärten und Parks kennenlernen? Hier noch einige Lesetipps.

Dahlienblüte in Bad Köstritz