Vor der Gründung des Staates Israel lebten rund 2.500 nichtjüdische deutsche Staatsbürger in dem Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan – eine Gemeinschaft, die bereits in den 1860er Jahren entstand. Anfang der 1930er Jahre gründeten diese sogenannten Palästina-Deutschen Ortsgruppen der NSDAP in Haifa, Jerusalem und anderen Städten. Schon bald dominierten diese Organisationen das gesellschaftliche Leben der deutschen Kolonien. Bemerkenswert ist dabei: Jeder dritte nichtjüdische Deutsche im Land gehörte der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen an – ein weltweit einzigartiger Anteil, gerade in einer Region, die zunehmend jüdisch geprägt war.
Der Vortrag beleuchtet die Geschichte dieser Landesgruppe der NSDAP in Palästina, ihre Strukturen und Aktivitäten sowie die fatalen Folgen, die ihre Selbstnazifizierung für die deutschen Kolonien hatte – bis hin zu den teils bizarr anmutenden Versuchen, nationalsozialistische Ideologie mit der Realität des Nahen Ostens zu vereinen.

Referent:  
Dr. Ralf Balke ist Historiker und Experte für die Geschichte des Nationalsozialismus im britischen Mandatsgebiet Palästina. In seiner Dissertation untersuchte er die Landesgruppe der NSDAP in Palästina – ein bislang kaum beleuchtetes Kapitel deutscher Präsenz im Nahen Osten. Er ist Autor des Standardwerks Israel: Geschichte. Politik. Kultur (C. H. Beck) und arbeitet als Journalist, unter anderem für die Jüdische Allgemeine und die Jungle World, wo er regelmäßig über historische und politische Themen schreibt.

  • Donnerstag 12.03.2026, 18:30 - 20:00 Uhr
  • Touristische Veranstaltung
  • für jedes Wetter
  • Zielgruppe Erwachsene
  • für Gruppen
  • für Individualgäste
  • Eintritt frei

Veranstaltungsort

Fürstenhaus
Leipziger Straße 9, 06667 Weißenfels

Veranstalter

Simon-Rau-Zentrum Weißenfels
Jüdenstraße 31, 06667 Weißenfels