Die evangelische Dorfkirche St. Georg steht im historischen Ortskern von Wormstedt, einem Ortsteil der Stadt Bad Sulza im Weimarer Land. Als ortsbildprägendes Baudenkmal vereint sie Bauteile aus der Romanik, Gotik und der frühen Neuzeit und zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten der Region.

Der mächtige, etwa 33 Meter hohe Westturm stammt im Kern aus der Zeit um 1200 und gehört zu den ältesten erhaltenen Bauteilen des Dorfes. Das heutige Kirchenschiff entstand zwischen 1617 und 1622 unter dem Kirchenpatron Christoph von Wolframsdorf. Trotz des Beginns des Dreißigjährigen Krieges konnte der Bau vollendet werden. Eine Fertigstellung beziehungsweise wesentliche Ausgestaltung der Kirche erfolgte im Jahr 1717. Umfangreiche Renovierungen im 19. Jahrhundert veränderten den Innenraum und sorgten unter anderem für größere Fenster und eine hellere Gestaltung.

Zur historischen Ausstattung gehören ein mittelalterlicher Sakramentsschrein sowie ein romanischer Taufstein aus Sandstein, der vermutlich aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammt und damit älter ist als das heutige Kirchengebäude. Im Turm hängt neben jüngeren Glocken eine wertvolle Bronzeglocke von 1454, die zu den ältesten erhaltenen Glocken des Weimarer Landes zählt. Eine Orgel ist bereits 1691 urkundlich belegt. Das Instrument wurde mehrfach umgebaut, zuletzt im 18. und 19. Jahrhundert, musste jedoch 1972 wegen seines schlechten Zustands entfernt werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlechterte sich der bauliche Zustand der Kirche erheblich. Seit den 1970er Jahren fanden Gottesdienste überwiegend im Pfarrhaus statt. Ab 1984 begann mit großem ehrenamtlichem Engagement der Kirchengemeinde sowie der Unterstützung örtlicher Betriebe und Fachleute eine umfassende Sicherung und Restaurierung. Nach weiteren Sanierungsmaßnahmen in den 1990er Jahren konnte die Kirche 1996 feierlich wieder eingeweiht werden und dient heute erneut als Gotteshaus sowie als Veranstaltungsort für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen.

Eine besondere historische Verbindung besteht zur Familie Telemann. Heinrich Mathias Telemann, Sohn des berühmten Komponisten Georg Philipp Telemann, war über viele Jahre Pfarrer in Wormstedt. Seine Mutter Johanna Maria Telemann verbrachte ihre letzten Lebensjahre im Ort; ihr rekonstruierter Grabstein befindet sich heute auf dem Kirchhof beziehungsweise im Telemann-Foyer neben der Kirche.

  • kostenloser Zutritt
  • Öffentlicher Zugang

Allgemein:
  • Architekturstil: Gotik
  • Angebot im Indoorbereich
  • Fotografieren erlaubt