Die Hand auf warmes, weiches Fell legen, in neugierige Kulleraugen blicken und den ruhigen Atem eines Tieres spüren: Solche Begegnungen sind für Kinder oft der Ursprung bleibender Ferienerinnerungen.

In unserer Saale-Unstrut-Region, die sonst für Weinberge und ihr Kulturerbe bekannt ist, finden Familien im Sommer ganz besondere Geheimtipps. Wir zeigen Ihnen, wo Sie mit Alpakas wandern, Wildpferde beobachten oder den Fleiß der Klosterbienen entdecken können.

Unterwegs auf leisen Sohlen

Unsere Region ist ein natürliches Wanderparadies, geprägt von steilen Muschelkalkhängen, idyllischen Dörfern und historischen Städten. Die schönsten Touren für Naturgenießer führen durch den Naturpark Unteres Saaletal, den Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland oder die artenreiche Erlebnisregion natura jenensis. Doch erst wenn Tiere die Wege entlang von Burgen und Schlössern begleiten, werden selbst weite Strecken für junge Entdecker zum kurzweiligen Vergnügen.

Alpaka auf Adams Alpaka Farm

Östlich von Naumburg erwartet Sie Adams Alpaka Farm in Stößen, während in Zingst bei Querfurt die Sonnenschein Alpakas zu Hause sind. Diese knuffigen Tiere aus den Anden erobern mit ihrem flauschigen Fell die Herzen im Sturm. Hier dürfen die Kleinen die Tiere an der Leine führen, sie füttern und streicheln. Ein besonderes Highlight in Querfurt ist der Alpaka-Erlebnistag, an dem Kinder einen ganzen Tag lang aktiv in den Alltag auf dem Hof eintauchen.

Auch Ponys und Esel sind geduldige Begleiter: Der Esel- und Ponyhof Goseck bietet geführte Wanderungen über ruhige Feld- und Waldwege im dünner besiedelten Landstrich nördlich von Naumburg an. Besonders für Schulkinder mit Reiterfahrung gibt es in den Ferien ein tolles Angebot: Bei den regelmäßigen Pony-Tagen können sie intensiv Zeit mit den Pferden verbringen. Wer möchte, kann dort zudem Reitstunden oder Ausritte buchen.

Wildpferde und unberührte Natur

Südlich von Freyburg zeigt sich die Natur von ihrer unberührten Seite. Auf dem etwa sechs Kilometer langen Rundweg Balgstädt-Rödel, der seit 2009 zum Nationalen Naturerbe gehört, streift eine Herde Koniks über die weiten Flächen. Diese robusten Wildpferde sind weit mehr als nur ein schöner Anblick: Sie sind die natürlichen Landschaftspfleger des Plateaus. Auf dem fast 200 Hektar großen Areal teilen sie sich den Lebensraum mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten. Wer hier unterwegs ist, braucht ein wenig Glück und ein gutes Auge, um die Herde zu entdecken. Wir bitten unsere Gäste hier besonders, auf den Wegen zu bleiben, den Tieren ihren Raum zu lassen und sie nicht zu füttern.
 

Zwischenstopp auf dem Elsterradweg an einer Pferdekoppel

Kleine Tierparks mit ganz eigenem Charme

Abseits der großen Zoos entdecken Sie bei uns kleine, feine Tiergärten, die oft spektakulär gelegen sind. Der Tierpark Petersberg nördlich von Halle schmiegt sich terrassenartig an einen Berghang mit altem Baumbestand. Auf knapp 1,5 Hektar lassen sich Polarwölfe oder das Indische Stachelschwein beobachten. Wer hinter die Kulissen schauen möchte, schließt sich einer einstündigen Geländeführung an.

In Weißenfels bildet der Heimatnaturgarten ein wildromantisches Refugium. In liebevoll gestalteten Gehegen leben über 200 Tierarten wie Nasenbären, Streifenhörnchen und Schleiereulen. Ergänzt wird das Areal durch einen Naturlehrpfad, einen Barfußpfad und ein Räuberdorf für kleine Abenteurer. Wer die Nähe zu heimischen Nutztieren sucht, wird im Tier- und Erlebnispark Lützen fündig. Ziegen, Schafe und Kaninchen warten auf einem neu gestalteten Bauernhof auf Besuch, bevor es für Mutige in den nahegelegenen Kletterwald geht.
 

Besonders nahbar zeigt sich der Tiergarten Eisenberg. Unter dem Motto „Mit dem Tier auf Du und Du“ sind viele Gehege für einen direkten Kontakt zu Minishetlandponys, Zwergziegen oder Minischweinen begehbar. Eingerahmt von einer historischen Burgruine finden sich hier zudem eine Scooterbahn, ein Kinderkarussell und eine Goldschürfanlage, die das Abenteuer abrunden.

Fleißigen Helfern auf der Spur

Der Sommer ist in unserer Region auch die Zeit der Bienen. Im Kloster Memleben lässt sich zwischen den imposanten mittelalterlichen Mauern der Klosterimker über die Schulter schauen. Bei einer Entdeckungstour erfährt man nicht nur Spannendes über die nützlichen Insekten, sondern darf den Honig auch direkt vor Ort probieren. Die Verbindung von Natur und Geschichte wird hier greifbar – etwa wenn man nach dem Imkerbesuch per Augmented Reality durch die Dauerausstellung „WISSEN + MACHT“ und längst verschwundene Teile der Kaiserpfalz schreitet.

Pflanzen im Klostergarten von Kloster und Kaiserpfalz Memleben

Auch der Bienenlehrgarten Nebra widmet sich ganz dem Leben der summenden Tierchen. Bei Imkerführungen lernen Kinder das Bienenhaus kennen und erfahren Wissenswertes über deren Lebensraum. Ein Ausflug dorthin lässt sich ideal mit einem Besuch in der Arche Nebra verbinden. Wo das Planetarium die Geschichte der berühmten Himmelsscheibe erzählt, findet ein abwechslungsreicher Tag seinen stimmigen Ausklang.

im Bienenlehrgarten Nebra

Ein Sommer voller Entdeckungen

Neben seinen Weinbergen, Schlössern und Burgen zeigt sich die Saale-Unstrut-Region vor allem in der Sommerzeit als lebendiger Ort für die ganze Familie. Wer über die Begegnungen mit Tieren hinaus noch mehr erleben möchte, findet in den Ferien zahlreiche weitere Möglichkeiten. Eine spannende Familien-Rallye führt quer durch die Region, während das Bauernmuseum an der Burg Querfurt mit seinem Streichelzoo tiefe Einblicke in das Landleben gewährt. Für alle, die die Landschaft entschleunigt genießen wollen, bieten sich Kutsch- oder Kremserfahrten durch den Zeitzgrund oder das idyllische Eisenberger Mühltal an.

Saale-Unstrut lädt dazu ein, die warmen Wochen des Jahres gemeinsam im Freien zu genießen. Zwischen Flussläufen und geschichtsträchtigen Mauern warten Erlebnisse, die den Sommer in unserer Region zu einer besonderen Zeit für Groß und Klein machen.